Zollauflagen – Reibungslos international versenden




In Zeiten des E-Commerce ist es einfacher als je zuvor Waren zu bestellen. Die Zustellung erfolgt in der Regel zum Wunschort. Jedoch müssen – insbesondere bei Sendungen in Nicht-EU-Staaten – bestimmte Auflagen und Einschränkungen beachtet werden. Wie verhält es sich mit Zoll- und Steuerauflagen? Welche Maßnahmen müssen vorab getroffen werden, damit der Versand reibungslos durchgeführt werden kann? Hier finden Sie wichtige Informationen und Hinweise rund um das Thema Zoll und Ausfuhrbedingungen für Ihren Versand. Bei einem internationalen Versand ist grundsätzlich zwischen folgenden zwei Kategorien zu unterscheiden:

  • Versand innerhalb der Europäischen Union
  • Versand in nicht-europäische Staaten

Der Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union ist grundsätzlich frei. Allerdings gelten für bestimmte Waren Einschränkungen. Darunter fallen unter anderem Waffen und Feuerwerkskörper. Auf bestimmte Waren wie Alkohol, Tabak und Kaffee fallen zudem unter Umständen zusätzliche Steuern an.

Da nicht-europäische Staaten, auch Drittstaaten genannt, nicht Teil der europäischen Zollunion sind, können die Zollauflagen für einen Versand hier von Staat zu Staat variieren. Deshalb ist es wichtig, sich vorab ausreichend zu informieren. Erkundigt man sich im Internet über geltende Richtlinien, sollte man darauf achten, dass es sich dabei um offizielle, behördliche Websites handelt.

Für Sendungen mit einem Warenwert unter 1.000 Euro wird neben dem Frachtschein (Versandlable) lediglich eine Proforma- und /oder Handelsrechnung in dreifacher Ausfertigung benötigt. Für Sendungen mit einem Warenwert ab 1.000 Euro (oder ab 1.000 Kilogramm Gesamtgewicht) wird ein Ausfuhrbegleitdokument (ABD) benötigt. Dieses Ausfuhrbegleitdokument dient der zuständigen Zollstelle als Nachweis über die Zuverlässigkeit der Ausfuhr. Es wird nach Anmeldung der Ausfuhr und Prüfung der Ware erstellt.

Bei einer Warenrücksendung ist es wichtig, dass der Sendungsinhalt an den entsprechenden Versanddokumenten (Rechnung, Inhaltsangabe auf dem Frachtschein) auch deutlich als solche gekennzeichnet ist. Andernfalls muss der Empfänger Importangaben begleichen, um die Sendung zu erhalten. Dies kann einerseits zu erheblichen Verzögerungen führen und andererseits zusätzliche Kosten verursachen. Gegebenenfalls muss die Sendung als Retoure zurückgeschickt werden.

Warengruppen und Zolltarifnummer

Die Höhe des Zolls ist abhängig von der Warengruppe, der die versendeten Produkte zugeordnet werden. Während bestimmte Produkte zollfrei sind, werden andere leicht bis stark besteuert. Für den internationalen Warenhandel gelten weltweit einheitliche Warengruppen. Somit kann jeder Warengruppe eine eindeutige Nummer zugewiesen werden. Wollen Sie beispielsweise ein Paket in die USA versenden können die US-Behörden anhand der beigefügten Zolltarifnummer erkennen, um welche Art von Waren es sich bei Ihrer Sendung handelt. Dadurch kann die Verzollung von Paketen und Warensendungen erheblich erleichtert und beschleunigt werden. Die passende Zolltarifnummer für Ihre Warensendung finden Sie unter zolltarifnummern.de.

Geschenksendungen – Import aus Drittländern

Bei einer Geschenksendung aus einem Drittland nach Deutschland gelten grundsätzlich höhere Wertgrenzen. Der Warenwert ergibt sich dabei aus den entsprechenden Angaben zum Wert der Sendung, der auf der Rechnung beziehungsweise auf der Zollinhaltserklärung ausgewiesen wird. In welcher Höhe bei Geschenksendungen Abgaben entstehen, ist abhängig vom Warenwert und von der Art der Sendung. Der deutsche Zoll kategorisiert wie folgt:

  • Gesamtwert der Sendung bis 45 Euro: Waren dieser Kategorie unterliegen in der Regel keinen Zollförmlichkeiten. Jedoch gelten hier Höchstmengen, die berücksichtigt werden müssen.
  • Gesamtwert der Sendung über 45 Euro bis 700 Euro: Hier gilt ein pauschaler Abgabensatz von 17,5 Prozent (ggf. nur 15 Prozent). Höhere Abgaben fallen für hochsteuerbaren an (z.B. Kaffee, Alkohol, Tabak)
  • Gesamtwert der Sendung über 700 Euro: Hier werden die Einfuhrabgaben nach den Abgabesätzen des Zolltarifs berechnet.

Dabei muss berücksichtigt werden, dass eine Geschenksendung nur dann als solche klassifiziert wird, wenn Sie von einer Privatperson an eine andere Privatperson unentgeltlich verrichtet wird. Wichtig ist dabei der nichtkommerzielle Charakter der Sendung – sprich, es darf keine Bezahlung an den Absender geleistet werden.

Vorteile einer Dokumentensendung

Wenn Sie Dokumente wie zum Beispiel Papiere, Verträge oder Broschüren versenden möchten, lohnt es sich, nicht auf einen herkömmlichen Paketversand zurückzugreifen. Stattdessen eignet sich hier ein Dokumentenversand. Dokumentensendungen bis 1 Kilogramm und ohne Handelswert sind nämlich vom Zoll befreit. Bei einem Dokumentenversand wird darüber hinaus keine Packliste benötigt. Deshalb ist die Lieferzeit bei Dokumenten in der Regel deutlich geringer, insbesondere bei Sendungen ins nicht-europäische Ausland. Hinzu kommt, dass ein Dokumentenversand in der Regel generell deutlich kostengünstiger ist als ein Paketversand.

Grundsätzlich ist es wichtig, sich vor allem bei einem Versand in nicht-europäische Länder, vorab ausreichend zu informieren. Ausführlichere Informationen für den Import von Sendungen aus Drittstaaten finden Sie zudem auf der Seite des Deutschen Zolls. Darüber hinaus steht Ihnen bei Fragen zu Importen aus nicht-europäischen Staaten der JUMiNGO Kundenservice unterstützend zur Seite. Bei Fragen zu Ihrer Sendung über JUMiNGO erreichen Sie uns telefonisch oder per Service-Mail.